Veranstaltung: Antisemitismus in der Linken – eine Bestandsaufnahme 12.11.11 um 19.30 Uhr in den Tivoli-Saal des Gewerkschaftshauses in Bremen

Die im Mai dieses Jahres von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt veröffentlichte Studie zur Wirkmächtigkeit antisemitischer und antizionistischer Positionen in der Partei DIE LINKE löste innerhalb der Partei eine andauernde und kontroverse Debatte aus. Sowohl in der Studie als auch in der Debatte ging es um nicht weniger als die Frage, inwieweit antisemitische und antizionistische Positionen innerhalb der Partei konsensfähig seien und inwieweit sie geduldet oder als Minderheitenposition bekämpft würden.
Auch in Bremen holte der Konflikt die Partei ein: Im März dieses Jahres mobilisierte das Bremer Friedensforum zu einer Boykottaktion gegen israelische Waren vor einen Schwach-hausener Supermarkt. DIE LINKE bot dem Friedensforum auf ihrer Website eine Plattform um für ihre Aktion zu werben bzw. sich gegen Vorwürfe zu verteidigen, sie würden damit an die Naziparole „Deutsche, kauft nicht beim Juden!“ anknüpfen. Nachdem die Boykottaktion und die Kooperation zwischen Friedensforum und Partei in den deutschen und internationalen Medien skandalisiert worden war, beeilte sich DIE LINKE sich von jedweder Verbindung zur inkriminierten Aktion zu distanzieren. Gleichwohl verweigerte die Partei ihre Unterschrift unter eine von allen Parteien des Bremer Senats unterzeichnete Verurteilung antiisraelischer Boykottaufrufe zwei Monate später.
Wir wollen mit unserer Podiumsdiskussion der Frage nachgehen, aus welchen historischen und theoretischen Traditionsbeständen sich ein linker Antisemitismus und Antizionismus speist und weshalb diese Ideologien innerhalb der Partei DIE LINKE und in Bewegungen wie dem Friedensforum offenbar so anschlussfähig sind. Ferner soll geklärt werden, warum eine kapitalismuskritische, an Emanzipation und Freiheit interessierte Linke nicht auf überholte und reaktionäre Erklärungsmuster wie Antizionismus und Antiimperialismus setzen darf.

Wir laden daher am Samstag, den 12.11.11 um 19.30 Uhr in den Tivoli-Saal des
Gewerkschaftshauses in Bremen ein.
Es diskutieren:
Sebastian Voigt: Herausgeber der Studie „Antisemiten als Koalitionspartner? Die Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit“
Katharina König: Landtagsabgeordnete der Partei DIE LINKE im Thüringer Landtag
Mathias Mohrens: Mitglied der Gruppe in widersprüchlicher Gesellschaft Bremen

Individuelles Leiden und die Kritik gesellschaftlicher Objektivität – Ein Vortrag von Christine Kirchhoff

VA INDIVIDUELLES LEIDEN

Flyer – Individuelles Leiden

Veranstaltung mit Birgit Schmidt

VA

Das Plakat zur Ausstellung in Bremen

„Das hat’s bei uns nicht gegeben!“ Antisemitismus in der DDR – eine Ausstellung

2.5 – 1.6. 2010 im Rosenak-Haus in der Kolpingstraße.

ÖFFNUNGSZEITEN:
DIENSTAG: 10-12 UHR
DONNERSTAG: 16-18 UHR
SONNTAG: 16-19 UHR

Am Sonntag, den 02.05.2010 wurde die Ausstellung „Das hat’s bei uns nicht gegeben!“ Antisemitismus in der DDR – eine Ausstellung im Rosenak-Haus in der Kolpingstraße 7 eröffnet. Angeregt durch einen Arbeitskreis an der Universität Bremen wird die Ausstellung rund 1 Monat im Rosenak-Haus zu besichtigen sein.

Über die historische Rekonstruktion von Antisemitismus und Antizionismus in Staat und Gesellschaft der DDR, über die Dechiffrierung des selbst geschaffenen antifaschistischen Mythos, versucht die Ausstellung das Erstarken der „Neuen Rechten“ in den neuen Bundesländern auszudeuten.

Neben einem kurzen Überblick über den Charakter des modernen Antisemitismus, werden auf 30 Tafeln folgende Themen behandelt:

  • Schändungen jüdischer Friedhöfe in der DDR
  • Antizionismus in Politik und Medien – Rezeption des Nahostkonflikts
  • Gedenken und Erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus
  • Rechtsextremismus und Antisemitismus in den 1980er Jahren
  • Zudem wir die Ausstellung von 2 inhaltlichen Beiträgen von Historikern begleitet:

    Sonntag, den 02.05.2010 um 16 Uhr: Antisemitismus und Israelfeindschaft in der DDR.
    Vortrag und Diskussion mit Heike Radvan von der Amadeu-Antonio Stiftung Berlin.

    Dienstag, den 25.05.2010 um 19.30 Uhr: Über die historischen Vorläufer von Antizionismus und Antisemitismus in der DDR.
    Vortrag und Diskussion mit Olaf Kistenmacher, Historiker und Publizist aus Hamburg.

    Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich auf der Homepage der Stiftung.

  • amadeu-antonio-stiftung
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